Prähistorie: Geschichte der Blasmusik in Frankenberg

Lange bevor im Jahr 1989 die Stadtkapelle Frankenberg gegründet wurde, hat es dort verschiedene Blaskapellen gegeben. In den zahlreichen Vereinen haben bereits viele der späteren Gründungsmitglieder der heutigen Stadtkapelle mitgespielt. Die Blasmusik hat in Frankenberg eine sehr lange Tradition.

Bereits in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat es den "Frankenberger Musikverein 1885" unter der Leitung von Karl Lauckner, Vater von Karl-Heinz Lauckner, gegeben. Zum Pfingstfest 1949 hat der Musikverein mit 22 Musikern erstmals im Listenbach aufgespielen. Dieser ist bis in die 60er-Jahre eine fester Termin für die Musiker gewesen, bei der traditionell die "Post im Walde" gespielt wurde (Solist: Karl Lauckner). Pfingsten 1972 hat der Musikverein das letzte Mal im Listenbach gespielt, da der Nachwuchs fehlte. Nach dem Tod von Karl Lauckner 1974 hat sich der Verein endgültig aufgelöst.

Der Abteilungsleiter des "Spielmanns- und Fanfarenzuges des TSV Frankenberg", Karl Reese, hat in den Folgejahren die Idee gehabt, wieder eine neue Blaskapelle in Frankenberg ins Leben zu rufen. Nicht zuletzt auch um die jungen Musikanten, die aus dem Spielmannszug ausschieden, zu halten. Hier lag der Gedanke sehr nahe, diese in einer Blaskapelle zu vereinigen, um so ein neues Element in die Musikszene in Frankenberg zu bringen.

1985 Musikfest Foto 5 Spielmannszug FKB

Spielmanns- und Fanfarenzug des TSV Frankenberg beim Musikfest 1985

Am 14. Dezember 1978 haben sich 25 interessierte Musiker erstmals im Katastrophenschutzzentrum getroffen und dort den Grundstein für den Neuaufbau einer Frankenberger Blaskapelle gelegt - die Geburtsstunde der "TSV Blaskapelle Frankenberg des TSV Hessen 1848". Große Teile des Notenmaterials sowie Instrumente sind vom alten "Frankenberg Musikverein 1885" übernommen worden, weitere Instrumente wie Klarinetten und Trompeten sind neu angeschafft worden. Die wöchentlichen Proben im Katastrophenschutzzentrum haben unter der musikalischen Leitung von Karl-Heinz Lauckner stattgefunden. Um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen haben sich die Musiker bald dazu entschlossen, innerhalb des TSV eine eigene Sparte zu gründen. So ist am 31. Oktober 1982 die Sparte „Blaskapelle des TSV Frankenberg“ innerhalb des TSV Frankenberg gebildet worden.

1985 Schallplattenaufnahme Dorfmusikpolka

Blaskapelle des TSV Hessen Frankenberg bei einer Schallplattenaufnahme im Jahr 1982
Aufgenommen wurde die "Dorfmusikpolka"
(von links nach rechts)
Hinten: Gerhard Artzt, Frank Schweitzer, Christoph Reinbott, Thorsten Junk
Mitte: Karl-Heinz Lauckner, Dirk Seidel, Harald Rudolph, Carsten Lamb, Andreas Reinbott, Jörg Reinhardt, Franz Liebscher, dahinter Siegfried Jungmann, Bernd Specht, dahinter Michael Obst, Ralf Heinrichs, Detlef Frickel
Vorne: Stephan Kramer, Klaus Theimer, Marion Roth, Petra Wagner, Antje Bock, Jürgen Weiß

 

Die Blaskapelle des TSV Frankenberg

Egal ob Frühschoppen in der Rathausschirn, Festzüge in der Region, ein Konzert beim Teich- und Lichterfest im Park oder die Teilnahme an der Einweihungsfeier der Großsporthalle 1982 - der neu gegründete Musikverein ist in den 1980er-Jahren in und um Frankenberg viel unterwegs gewesen und hat mit schöner Blasmusik begeistert. Das Repertoire der Blaskapelle ist schnell gewachsen und um konzertante Blasmusik mit Stücken wie dem Konzertwalzer "Blumengeflüster" oder der Overtüre zur Operette "Frau Luna" erweitert worden.

Schnell folgten erste Anfragen, die auch eine flexiblere Besetzung gefordert haben. Um mehrtägige Auftritte auf Schützen- und Heimatfesten umzusetzen, ist die Big Band ins Leben gerufen worden, welche das Publikum mit moderner Tanz- und Stimmungsmusik bis in die frühen Morgenstunden begeistert hat. Tagsüber hat die Blaskapelle des TSV Frankenberg das Publikum mit schöner Blasmusik unterhalten.

Collage Fotor Auftritte Prähistorie

Auftritte der Blaskapelle des TSV Frankenberg
Mitte: Franz Liebscher

Unten: "Der Edergang" - Der Frühschoppen am Montag wurde beim Heimatfest in Röddenau immer mit einem Gang in die Eder beendet.

Auch außerhalb der Region ist die Blaskapelle des TSV Frankenberg unterwegs gewesen: In Erinnerung geblieben sind zahlreiche Vereinsfahrten in die Frankenberger Partnerstädte Brou oder Seekirchen sowie Auftritte im Rodgau und Lambertsheim zum dortigen Weinfest. Schnell sind Freundschaften zu den heimischen Partner-Musikvereinen entstanden, die bis heute gepflegt werden. Abgerundet wurden die Fahrten durch ein kulturelles und geselliges Abendprogramm.

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Die Blaskapelle des TSV Frankenberg unterwegs

 

Musik und gute Laune

Heute ist es das Motto der Stadtkapelle, aber auch zu den Zeiten der Blaskapelle des TSV Frankenberg sind Musik und gute Laune immer groß geschrieben worden.

Damit neben den zahlreichen Auftritten der Spaß und die Geselligkeit niemals zu kurz kommt, ist als eine der ersten internen Veranstaltungen die Weihnachtsfeier ins Leben gerufen worden. Vor der eigentlichen Feier haben die Musiker am Kreiskrankenhaus für die Patienten und Mitarbeiter ein Ständchen gespielt. Anschließend haben Nikolaus und Engelchen die Gäste durch den Abend geführt und das vergangene Jahr in lustigen Anekdoten oder mit Hilfe von Gedichten Revue passieren lassen. Am Ende gab es für die Musiker auch Geschenke, welche selbstverständlich erst verdient werden mussten. Tolle Ideen und einzigartige Programme sind in den Jahren erarbeitet worden und der Spaß stand auf jeder Weihnachtsfeier im Mittelpunkt.

Ein weiteres Highlight für die Musiker sind die Karnevalsfeiern gewesen. Unter verschiedenen Mottos ist eingeladen worden und es gab jedes Jahr viele bunte Kostüme zu bestaunen.

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Schnappschüsse von Weihnachts- & Karnevalsfeiern

 

Musikfest "100 Jahre Blasmusik in Frankenberg"

Ein Meilenstein für die Blaskapelle des TSV Frankenberg ist das eigens initiierte Musikfest "100 Jahre Blasmusik in Frankenberg" im Jahr 1985 gewesen, welche zu Ehren des 100. Geburtstag des "Frankenberger Musikverein 1885" ausgerichtet wurde.

Morgens ging es los mit einem großen Festzug zum Burgberg, bei dem neben der Blaskapelle auch viele befreundete Musikvereine der Region mitmarschiert sind. Auf dem Burgberg sind die Gäste zum Blasmusik-Frühschoppen bei Bier und Würstchen eingeladen worden. Neben Platzkonzerten der Gastvereine hat die Blaskapelle selbst für Musik und gute Laune gesorgt.

Abends hat die Big Band in der Kulturhalle zum Ball aufgespielt und das Publikum mit einer tollen Bühnenshow begeistert. Es wurde getanzt bis in die frühen Morgenstunden - ein Fest, was noch heute in Erinnerung geblieben ist.

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Erstes eigenes Musikfest "100 Jahre Blasmusik in Frankenberg"

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